Epilepsie und das Muster dahinter

Mrz 31, 2022 | Familienaufstellung | 0 Kommentare

„Seit 15 Jahren leide ich an epileptischen Anfällen, die lange nicht als solche diagnostiziert wurden. Nun wurde mir gesagt, mein Mann ist schuld. Er macht mich klein und ich solle eine Familienaufstellung machen.“

Die Worte einer Klientin.

Sehr viele Krankheitssymptome haben die Ursache im Familiensystem. Doch der Mann ist nicht schuld. Niemand ist schuld.

Man lässt einfach Dinge zu, die man sich als Schutzmaßnahme angeeignet hat. Verletzungen aus der Kindheit, zum Beispiel.

Es kann sein, dass man sich immer klein machen ließ oder man schlecht behandelt wurde, von den Eltern, Bekannten, Lehrern. So haben sich Muster manifestiert oder Glaubenssätze eingeprägt, die schwer loszulassen sind.

Diese gilt es sich bewusst zu machen, dass man daran arbeiten kann.

Bei Epilepsie steckt meist eine enorme Wut, ein großes Potential an Aggression in einem Menschen, das heraus möchte. Zu Kommunizieren ist meist schwer möglich für denjenigen oder seine Meinung durchzusetzen. So reagiert der Körper, als Ausdruck der Seele auf andere Art und Weise.

Mit Anfällen.

Grundvoraussetzung nach einer Biographiearbeit, die mir immer wieder erstaunliche Klarheit verschafft, war in diesem Fall, die Aussöhnung mit den Eltern.

Meiner Erfahrung nach ist es das wichtigste, dass ein Klient, eine Klientin in seine/ihre eigene Kraft kommt. Die Aussöhnung mit den Eltern ist häufig ein Thema.

So auch hier. Das Schicksal der Mutter wurde nicht anerkannt. Sie als Person, wurde nicht gewürdigt. Es fällt oft schwer, weil einfach vieles vorgefallen ist.

Doch es ist die einzige Möglichkeit, in die eigene Kraft zu gelangen, um in der Folge, sich auch durchzusetzen und seine eigenen Bedürfnisse zu äußern, so dass es nicht der Körper mit Anfällen tun muss.

Von den Wurzeln (Eltern) bekamen wir das Leben und von den Wurzeln ernähren wir uns. Bildlich gesprochen. Deshalb ist es wichtig, sich nicht von den Wurzeln abzuschneiden.

Eine Aufstellung, wo sich meine Klientin mit ihren Wurzeln aussöhnen konnte, war vorrangig zu machen. Und zwar mit Vater UND Mutter.

Die Gesichtszüge veränderten sich, die Sprache veränderte sich. Es war erstaunlich, wie und was diese Frau plötzlich erzählte.

Doch wie ist es nun, wenn sie ihrem Mann begegnet und dieser sie verletzen würde?

Wir spielten einige Situationen durch und es bedarf nun stetiges Üben mit dem Rückhalt der verankerten Situation in der Aufstellung.

 

Natürlich wird es Rückschläge geben, doch meine Klientin weiß zumindest, woher das kommt und kann gegensteuern.

Wichtig ist es, in der eigenen Kraft zu bleiben und alles dafür zu tun.

Die große Aufgabe ist es jetzt, das zu machen, was ihr Freude bereitet. Dies sollte selbständig geschehen, ohne sich von ihrem Mann abhängig zu machen.

 

Lebst du deine Bedürfnisse aus? Kommunizierst du deine Wünsche klar?

Alles Liebe und viel Gesundheit wünscht Dir,

Petra