Das Unverständnis meines Mannes

Mai 2, 2022 | Familienaufstellung | 0 Kommentare

Mein Mann versteht mich nicht….

So kann ich nicht mehr, so will ich nicht mehr. Mit diesen Worten kam eine Klientin zu mir.

Wir haben eine Paartherapie gemacht, weil ich weiß, wir müssen Etwas ändern.

Doch er hat abgebrochen.

Er will weiterhin nebeneinander mit mir her leben und ich frage mich, ist das alles?

So eine Frau in einer Patchworkfamilie, wo nach und nach die Probleme an die Oberfläche gelangen.

 

Jeder trägt seinen Rucksack mit sich, bei dem einen ist er schwerer, bei dem andern leichter.

Der eine möchte hinsehen, der andere nicht.

Doch wie damit umgehen?

 

Kann das eine Ehe gefährden?

Lange Zeit wurde vieles nicht so beachtet. Der Alltag war präsent, andere Themen im Vordergrund. Doch als der Mann in Pension war, Corona alles veränderte, eine Krankheit die Familie heimsuchte, kam vieles zum Vorschein, was unter den Tisch gekehrt wurde.

Eine topfitte Frau, die ihr ganzes Leben noch vor sich hat. Doch…

…einen Mann zuhause, der sich nicht viel bewegt.

 

Sie will Veränderung, sie will leben.

Sie will mit ihrem Mann etwas erleben!

Er hat es immer noch nicht verkraftet, vom einflussreichen, angesehenen Manger zum Pensionisten geworden zu sein. Er ist mit seinem Leben unzufrieden und hält seiner Frau alte Geschichten vor, die nichts mit ihrer Beziehung zu tun haben, sondern nur verletzend sind.

Soll sie so weiter tun?

Es gibt den Verstand, der Ideen hat. Aber es gibt auch den Körper, der uns spüren lässt, was die Seele wünscht.

Denn:

Die Seele kommuniziert über den Körper mit uns!

 

Wir haben vier verschiedene Möglichkeiten erarbeitet, die in Betracht gezogen werden können.

In der Aufstellung mit Sesseln wurden alle vier Möglichkeiten aufgestellt und positioniert.

Wir sind alle Positionen durchgegangen, indem sich die Klientin auf die jeweiligen Plätze gesetzt hat und sich hineingefühlte. Ich leitete die Aufstellung an, sodass sie sich gut auf ihre Körperwahrnehmungen einlassen konnte.

Alleine, wie die Sesseln gestellt wurden, zeichnete sich schon ein markantes Bild ab.

Möglichkeit werden durchgespielt:

  • Sie tut so weiter wie bisher, die eine Möglichkeit

Sie fühlt und überlegt:

Es ist immer gleich, nachdem sie voller Freude zurück nach Hause zu ihrem Mann kommt, verspürt sie eine Enge. Alles in ihrem Körper zieht sich zusammen. Sie spürt einen Schmerz im Kopf und fühlt sich traurig. Ihre Energie wird weniger.

 

  • Eine räumliche Trennung wäre die zweite Möglichkeit:

Sie nimmt in diesem Sessel Platz. Sie könnte sich räumlich von ihrem Mann trennen, sich eine Wohnung nehmen. Der Körper reagiert ein wenig, es ist zwar besser als das Gefühl, „so weiterzumachen wie bisher“, doch nicht das Beste.

 

  • Ihr Mann könnte eine Therapie machen, die dritte Möglichkeit

Da er viele Probleme mit sich trägt, die nicht ihre sind, wäre es das Beste, glaubt meine Klientin. Doch er sieht nicht hin. Dieser Gedanke wurde gleich verworfen, weil er nicht bereit ist, sich seine „Themen“ anzusehen.

 

  • Sie könnte sich scheiden lassen.

Dieser Gedanke stand schon des Öfteren im Raum. Sie hat das auch mit ihren Kindern schon besprochen und mit ihrem Mann. Er glaubt nicht, dass es wirklich dazu kommt und will es auch nicht.

Auf diesem Sessel fühlt sie sich aber sehr wohl. Ihr Herz pocht ein wenig, doch nicht unangenehm. Sie verspürt ein Kribbeln, doch sie fühlt Lebenslust, Lebensfreude. Der Sessel steht bei der Türe der Terrasse, sodass sie das Licht draußen sieht. Es ist eine Türe dazwischen, doch da draußen ist die Freiheit, die sie auf diesem Platz verspürt. So ihr Gefühl. In ihrem Körper fühlt sie sich am wohlsten, von allen Plätzen.

Wau welche Erkenntnis, zwar nicht neu, doch sie fühlt sich plötzlich sicher!

 

Ich gebe ihr den Tipp, nichts zu übereilen. Sie solle einmal drüber schlafen und langsam die Möglichkeit in Erwägung ziehen.

Und…

Sie sollte nun vertrauen, was der Körper „sagt“!

Er ist das wichtigste Diagnoseinstrument!

 

Vertraust du deinem Körper?

Oder lässt du dich immer noch von deinem Verstand leiten?

Alles Liebe und viel Gesundheit wünscht Dir,

Petra