In zwei Beratungen habe ich innerhalb einer Woche folgendes feststellen können.

Die Nichtwürdigung der Eltern oder eines Elternteils kann Folgen haben, seelisch, psychisch und gesundheitlich.

Die Nichtachtung der Eltern und deren Schicksal kann im Alltag viel Kraft rauben.

Sie sind unsere Wurzeln.

 

Ein Beispiel (Name geändert)

Barbara, eine Mutter mit 3 Kindern hat Probleme mit ihrer jüngsten Tochter im Alter von 8 Jahren. Sie bettelt ständig nach Aufmerksamkeit.

Barbara glaubt, dass dieses Thema sie selbst betrifft.

Sie würde sich mehr Aufmerksam von ihren Eltern und Geschwistern wünschen.

 

In einer Aufstellung zeigt sich, Barbara würdigt ihre Eltern nicht.

 

Sie hat eine Wut auf den Vater, weil er nie für sie da war.

Sie hat eine Wut auf ihre Mutter, diese ist depressiv und ihre Trauer schlägt sich auf die Tochter.

Das Bewusstmachen, warum die Eltern so sind, wie sie sind –

war der erste Schritt in Richtung Anerkennung von Vater und Mutter.

Barbaras Mutter wuchs als einzige von 4 Geschwistern auf. Alle andern starben.

Ihre Schuldgefühle den Geschwistern gegenüber macht sich als massive Traurigkeit bemerkbar.

Barbaras´ Mutter hat selbst auch zwei Kinder verloren, was alles nicht einfacher macht.

 

Häufig zeigt sich ein Schuldgefühl von Menschen, die solche Schicksalsschläge erleiden mussten, in steter Trauer, weil sie das eigene Leben aus schlechtem Gewissen den anderen gegenüber, nicht nehmen können.

Das kann bis zur Depression führen.

„Ich lebe, die anderen mussten sterben“, so ihre Gedanken, die sie prägen.

Mehr dazu demnächst in meinem Artikel: „Die 7 häufigsten Krankheitsursachen, die im Familiensystem liegen“

Barbara hat erstmals die Traurigkeit ihrer Mutter verstanden, als sie dieses Bild (eine Aufstellung mit Sesseln) sah.

Als sie sich der Biografie ihres Vaters bewusstwurde, war es ähnlich.

Auch er hatte kein einfaches Schicksal. Er hat aber für seine Familie immer gesorgt und ein Leben lang gearbeitet und geschuftet.

Er wuchs als lediges Kind unter sieben Halbgeschwister auf.

Sein leiblicher Vater war weg, als er von der Schwangerschaft erfuhr.

Der Stiefvater behandelte ihn schlecht.

 

Hier wiederholt sich ein Muster.

 

Barbaras Vater war Außenseiter in seinem Familiensystem, so wie die Mutter in ihrer Familie.

Nun fühlt sich Barbara als Außenseiterin und die Tochter zeigt auf, was es zu „leben gilt“: sich Platz zu geben, Raum zu nehmen.

Es wiederholt sich ein Muster in diesem Familiensystem. Dies war deutlich erkennbar.

 

Eine Aufstellung kann der erste Schritt sein, das Schicksal der Eltern sichtbar zu machen.

 

Es werden erste Möglichkeiten eröffnet, das Schicksal der Eltern zu würdigen.

Dies ist wichtig, um in die eigene Kraft zu kommen, sein Potential zu leben, sich weiter zu entwickeln.

In einer nachfolgenden Ritualarbeit konnte das Muster in diesem Familiensystem unterbrochen werden.

 

Das Nichtannehmen der eigenen Eltern kann zu Problemen führen, bis hin zu schweren Erkrankungen.

Da kann auch kein Medikament helfen, zumindest nicht auf Dauer und nachhaltig.

Eltern schenken Leben, sie sind die Wurzeln des Lebens, schneidet man sich von seinen Wurzeln ab, geht Lebensenergie verloren.

 

Mehr dazu auch in meinem Buch „Zuckerwatte – das Leben ist süß“ (Warum verstehe ich meinen Vater/meine Mutter nicht)